Ein fremder Mann brachte jeden Tag Blumen zu einer kranken Großmutter, der nur noch ein Monat zu leben blieb: Eines Tages beschloss ich herauszufinden, warum er das tat.

Ein unbekannter Mann besuchte jeden Tag die schwerkranke alte Dame, die nur noch wenige Wochen zu leben hatte, und ich wollte schließlich wissen, aus welchem Grund – seine Antwort ließ mich fassungslos zurück.

Ich arbeite seit zehn Jahren als Krankenschwester im Krankenhaus und habe viel erlebt, aber dieses Paar werde ich nie vergessen.

Wir hatten eine Großmutter, sie war 70 Jahre alt.

Die Ärzte gaben ihr keine Chance – maximal einen Monat, vielleicht sogar weniger.

Doch sie hielt durch, lächelte stets, scherzte, bot uns Süßigkeiten an und versuchte, die anderen Patienten aufzumuntern.

Am erstaunlichsten war, dass jeden Tag ein Mann in ihrem Alter zu ihr kam, stets mit Blumen.

Und es waren immer andere Blumen: Mal Rosen, mal Margeriten, mal Tulpen.

Beim Anblick der Sträuße strahlte die Großmutter wie ein kleines Mädchen, nahm die Blumen behutsam entgegen und bedankte sich freudig.

Ich bemerkte, dass er nie lange blieb: Er übergab einfach die Blumen, sagte ein paar warme Worte und ging wieder.

Eines Tages konnte ich meine Neugier nicht länger zurückhalten und fragte:

— Sagen Sie, warum bringen Sie ihr jeden Tag Blumen? Wir wissen doch, dass Sie nicht ihr Ehemann sind.

Der Mann seufzte tief, und seine Augen füllten sich mit Tränen.

— Ja, Sie haben recht. Ich bin verheiratet, ich bin nicht ihr Mann. Aber ich muss es tun.

— Warum? — fragte ich überrascht.

Und dann erzählte er mir eine Geschichte, die mir Schauer über den Rücken jagte.

Es stellte sich heraus, dass er ein alter Freund ihres Mannes war.

Der Ehemann der Frau lag in einem anderen Krankenhaus, ans Bett gefesselt und nicht mehr in der Lage aufzustehen.

Doch sein Leben lang hatte er seiner Frau Blumen geschenkt – einfach so, ohne Anlass.

Er wusste, wie sehr sie Blumen liebte, und sagte immer, dass ihr Lächeln das Schönste auf der Welt sei.

Nun, da er es selbst nicht mehr tun konnte, bat er seinen Freund, diese Aufgabe für ihn zu übernehmen.

Und dieser erfüllte das Versprechen treu, brachte jeden Tag einen frischen Blumenstrauß zu der Frau.

Als ich diese Geschichte hörte, zerriss es mir das Herz vor Schmerz und Bewunderung.

Ich erzählte alles dem Chefarzt, und bald konnten wir ihren Mann in unser Krankenhaus verlegen.

Sie wurden in dasselbe Zimmer gebracht.

Seitdem waren sie wieder zusammen, hielten Händchen und lächelten einander an.

Der Mann musste nun nicht mehr täglich Blumen bringen – nun konnte ihr Ehemann selbst sehen, wie sie lächelt.

Leider verstarb die Großmutter bald.

Doch ihre letzten Tage waren voller Liebe, Fürsorge und Treue, die stärker war als Krankheit und Zeit.

Diese Geschichte ist für immer in meinem Gedächtnis geblieben als Beweis dafür, dass wahre Liebe existiert.

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