— Die Datscha haben wir ohne eure „Zuwendungen“ gekauft, und auch weiterhin werden wir ohne eure Jammereien bestens auskommen! — schnitt die Schwiegertochter ab, während sie ihre Sonnenbrille zurechtrückte, als wollte sie damit einen Schlusspunkt setzen.
Viktor blieb regungslos am Fenster stehen und blätterte auf seinem Handy durch die Anzeigen über Grundstücksverkäufe.

Seit Monaten durchforsteten die Eheleute Angebote und rechneten jeden einzelnen Rubel nach.
Die Ersparnisse wuchsen nur langsam, wie Tropfen, die nach einer Dürre in einen Eimer fielen.
— Schau, Tamara, dieses Grundstück ist gar nicht so teuer, — sagte der Mann, als er sich seiner Frau zuwandte. — Es liegt zwar etwas weiter von der Stadt entfernt, aber dafür gibt es ein kleines Häuschen.
Tamara legte ihre Näharbeit beiseite und kam näher.
Abends verdiente sie sich etwas dazu, indem sie Aufträge für Vorhänge und Tagesdecken annahm.
Ihre Finger waren vom vielen Nähen müde, doch der Traum von einer eigenen Datscha ließ sie durchhalten.
— Sollen wir am Samstag hinfahren und es anschauen? — schlug sie vor und blinzelte auf den Bildschirm.
— Aber nur, wenn die Zufahrt in Ordnung ist. Erinnerst du dich, wie wir letztes Mal bis zu den Knien im Schlamm standen?
Viktor nickte und speicherte die Anzeige.
In zwei Jahren hatten sie beinahe die halbe Stadt und Umgebung nach Grundstücken abgesucht.
Mal war der Preis zu hoch, mal der Ort unpassend, oder die Verkäufer änderten plötzlich ihre Meinung.
Am Montag erzählte Viktor seinen Kollegen von den Plänen.
Die schüttelten den Kopf und verstanden seinen Eifer nicht.
— Warum wollt ihr euch mit einem Garten abplagen? — wunderte sich der Werkmeister.
— Kauft euch lieber ein besseres Auto oder fahrt irgendwohin in Urlaub.
Auch zu Hause stießen Gespräche über die Datscha auf wenig Begeisterung.
Die Schwiegermutter, Valentina Stepanowna, verzog jedes Mal das Gesicht, wenn Tamara das Thema Land und Beete ansprach.
— Ihr werdet euch nur quälen mit diesem Wochenendhaus, — prophezeite die ältere Frau, während sie den Zucker im Glas umrührte.
— Schaut euch lieber nach einer größeren Wohnung um. Die Nachbarn haben gerade eine Dreizimmerwohnung frei.
— Valentina Stepanowna, wir möchten aber gern in der Natur sein, — versuchte Tamara zu erklären.
— Frische Luft, Ruhe, Abstand vom Lärm der Stadt.
— Luft… — schnaubte die Schwiegermutter. — Geht in den Park, wenn ihr frische Luft wollt.
Auch Viktors Schwester, Ljudmila, konnte ihre Leidenschaft nicht nachvollziehen.
Wenn Viktor seiner Schwägerin am Telefon von den Grundstücken erzählte, die sie besichtigt hatten, gähnte sie hörbar.
— Viktor, meinst du das ernst, dass du im Dreck wühlen willst? — wunderte sich Ljudmila.
— Du hast doch Rückenprobleme, schon vergessen? Und Tamara hat es bei der Arbeit ohnehin schwer genug.
Doch die Eheleute ließen nicht locker.
Jeden freien Rubel legten sie in ihr Sparglas.
Tamara verzichtete auf die neuen Jeans, die sie sich längst ausgeguckt hatte.
Viktor trug weiter seine alten Schuhe, obwohl die Sohlen schon rissen.
Auch den Sommerurlaub am Meer sagten sie ab und blieben zu Hause.
Nach einem halben Jahr reichte die gesparte Summe immer noch nicht für ein ordentliches Grundstück.
Da fasste sich Viktor ein Herz und bat seine Mutter um Unterstützung.
An einem Sonntag ging er zu Valentina Stepanowna, als sie nach ihrer Lieblingsserie bester Laune war.
— Mama, uns fehlt ein wenig Geld für die Datscha, — begann der Sohn, als er sich neben sie setzte. — Kannst du uns vielleicht leihen? Bis Herbst zahlen wir es zurück.
Valentina Stepanowna schaltete den Fernseher aus und sah ihn an.
Ihr Gesicht verzog sich, als hätte man ihr eine ganze Zitrone zu essen gegeben.
— Viktor, ich habe selbst genug Ausgaben, — schnitt sie ab. — Die Medikamente werden teurer, die Nebenkosten steigen. Woher soll eine Rentnerin denn Extra-Geld nehmen?
— Aber Mama, wir wollen es ja nicht für ewig…
— Nein, und damit basta, — unterbrach ihn die Schwiegermutter. — Kümmert euch selbst um eure Datscha. Ich bin in jungen Jahren auch ohne Grundstück ausgekommen.
Viktor ging enttäuscht nach Hause.
Er erzählte Tamara von dem Gespräch, und sie seufzte nur.
Die Hoffnung auf Hilfe von der Verwandtschaft war endgültig dahin.
— Macht nichts, wir schaffen es allein, — tröstete sie ihren Mann. — Ich suche mir noch einen Nebenjob, und du arbeitest am Wochenende dazu.
So packten die beiden mit doppelter Energie an.
Tamara nahm eine Stelle als Reinigungskraft in einem Bürogebäude an, wo sie nach ihrer Hauptarbeit bis spät am Abend putzte.
Viktor verdingte sich samstags und sonntags als Träger.
Die Müdigkeit lastete bleischwer, doch der Traum von der Datscha hielt sie aufrecht.
Ihre Mahlzeiten waren bescheiden — Brei, Nudeln mit Dosenfleisch, manchmal Hähnchenschenkel im Sonderangebot.
Fleisch und Fisch strichen sie fast ganz von der Speisekarte.
Als Vergnügen blieben nur Filme zu Hause und seltene Spaziergänge im nahen Park.
Im Frühjahr, als im Sparglas endlich genug lag, nahmen Viktor und Tamara die Suche wieder auf.
Dieses Mal hatten sie Glück — sie fanden ein Grundstück in einer Gartensiedlung außerhalb der Stadt.
Sechs Ar mit einem kleinen Häuschen, einem Brunnen und jungen Apfelbäumen.
— Die Eigentümer ziehen in eine andere Stadt und wollen schnell verkaufen, — erklärte der Makler. — Der Preis ist gut, aber ihr müsst euch rasch entscheiden.
Tamara schaute ins Häuschen hinein — zwei kleine Zimmer und eine winzige Küche, alles sauber und gemütlich.
Viktor begutachtete den Schuppen und prüfte den Zaun.
Das Grundstück gefiel sofort — ebenes Gelände, Obstbäume am Rand, und ein Fluss in der Nähe.
— Wir nehmen es! — rief Tamara und drückte fest die Hand ihres Mannes.
Eine Woche später war der Kauf abgeschlossen.
Mit den Dokumenten in der Hand konnten die Eheleute ihr Glück kaum fassen.
Ein Traum, der unerreichbar schien, war nun Wirklichkeit geworden.
Am ersten Wochenende fuhren sie gemeinsam zur Datscha.
Tamara packte Proviant ein, Viktor lud die nötigen Werkzeuge ins Auto.
Die Fahrt dauerte eine Stunde, doch die Zeit verging wie im Flug — sie schmiedeten Pläne für den Sommer.
— Hier legen wir die Beete an, — zeigte Viktor. — Und dort pflanzen wir Blumen.
— Und an die Apfelbäume hängen wir eine Schaukel, — ergänzte Tamara. — Herrlich wird das!
Am Abend kehrten sie müde, aber glücklich heim.
Vor ihnen lag noch viel Arbeit, doch nun hatten sie ihr eigenes Stückchen Erde.
Am nächsten Tag konnte Tamara nicht widerstehen und rief ihre Schwägerin an, um die Freude zu teilen.
— Ljudmila, wir haben eine Datscha gekauft! — berichtete sie begeistert. — Das Grundstück ist wunderbar, das Häuschen richtig gemütlich. Komm vorbei und sieh es dir an.
— Ach wirklich? — staunte die Schwägerin. — Und wie lange habt ihr gespart?
— Zwei Jahre, — gestand Tamara. — Aber es hat sich gelohnt.
Eine Stunde später kam ein Anruf von der Schwiegermutter.
Als hätte sie die Neuigkeit aus der Ferne geahnt.
— Tamara, stimmt es, dass ihr die Datscha gekauft habt? — fragte die ältere Frau mit ungewohnt sanfter Stimme.
— Ja, Valentina Stepanowna. Gestern haben wir die Unterlagen bekommen.
— Ach, ihr seid ja großartig! — rief die Schwiegermutter mit unerwarteter Begeisterung.
— Ist das Grundstück groß? Reicht Platz für alle?
Tamara wurde misstrauisch bei dieser plötzlichen Kehrtwende.
Noch vor Kurzem hatte Valentina Stepanowna ihre Pläne verspottet, und jetzt wollte sie alles genau wissen.
— Sechs Ar, — antwortete die Schwiegertochter vorsichtig. — Für Viktor und mich reicht das vollkommen.
— Natürlich, natürlich, — beeilte sich die Schwiegermutter zuzustimmen. — Und das Häuschen? Wie viele Zimmer?
— Zwei kleine Zimmer und eine Küche.
— Wundervoll! — rief Valentina erneut begeistert. — Da müssen wir unbedingt vorbeikommen.
Wir sitzen hier in der Stadt fest, und ihr habt so eine Schönheit.
Nach dem Gespräch grübelte Tamara.
Mit solch einer plötzlichen Meinungsänderung hatte sie nicht gerechnet.
Doch sie beschloss, dem keine Bedeutung beizumessen — vielleicht freute sich die Schwiegermutter ja wirklich für sie.
Am Mittwochabend klingelte es an der Tür.
Auf der Schwelle stand Valentina Stepanowna mit einer schweren Einkaufstasche voller Lebensmittel.
— Ich komme euch besuchen, — verkündete sie, während sie in den Flur trat. — Und ich habe etwas Leckeres mitgebracht. Wir müssen den Kauf der Datscha doch feiern!
Viktor utbytte förvånade blickar med sin fru.
Modern kom sällan utan förvarning, och att hon dessutom hade med sig matvaror var helt nytt.
Under teet frågade Valentina Stepanovna om varje detalj — hur mycket tomten kostade, vilka grannarna var, om det fanns en affär i närheten.
Särskilt ville hon veta hur långt det var från staden och om det var lätt att ta sig dit.
— Finns det elektricitet? — undrade den äldre kvinnan.
— Självklart, mamma, — svarade Viktor. — Det finns både vatten i huset och toalett.
— Fantastiskt! — utbrast svärmodern. — Då finns det ju civilisering här. Jag trodde nästan att ni köpt i vildmarken.
— Valentina Stepanovna, vad är det som gjort dig så nyfiken? — kunde Tamara inte låta bli att fråga.
— Tidigare var du ju emot våra planer.
Svärmodern rodnade lite, men hittade snabbt ett svar.
— Jag oroade mig bara för er, barn, — sa kvinnan med mjuk röst. — Jag tänkte att kanske det var lite tidigt för så stora utgifter.
Men nu ser jag att ni gjort rätt, ni har tänkt klokt.
På lördagsmorgonen ringde telefonen.
Valentina Stepanovna meddelade att hon ville se sommarstugan.
— Viktor, hämta mig runt tio, — bad modern. — Jag är så nyfiken på vilken tomt ni köpt.
— Självklart, mamma, — svarade sonen. — Men vi åker tidigt, det finns mycket att göra.
— Det gör inget, jag är också tidigt uppe.
Men klockan tio stod inte bara Valentina Stepanovna på tröskeln.
Med henne hade hon sin syster Ekaterina Stepanovna, brorsonen Denis med sin fru Oksana och deras två barn.
— Hoppas ni inte har något emot att vi kommer allihop? — frågade svärmodern, men tonen antydde att avslag inte var ett alternativ.
— Jag berättade om er stuga för min syster, och hon blev så nyfiken! Och Denis körde bil, så det är smidigt att ta sig hit.
Tamara blev förvirrad. Hon hade planerat en lugn dag i trädgården, men nu hade hon fått en hel armé av släktingar.
Viktor såg också chockad ut, men han sa ingenting.
— Självklart, vi åker allihop, — mumlade maken och tog upp nycklarna.
Resan till stugan blev en livlig diskussion om planer.
Ekaterina Stepanovna frågade om grannarna, Oksana undrade om det fanns affärer i närheten, och barnen började redan tjata om glass.
— Ska vi vara där hela dagen? — undrade Denis. — Bara vi inte blir uttråkade.
— Vad du än tror, det finns massor att göra, — försäkrade tanten. — Vi ska andas frisk luft och njuta av naturen.
På stugan spred släktingarna ut sig som om de vore de verkliga ägarna.
Valentina Stepanovna promenerade självsäkert över tomten och visade systern de bästa platserna för solbad.
Denis och Oksana planerade redan var de skulle ställa grillen för barbeque, medan barnen sprang mellan odlingsbäddarna och trampade på de unga plantorna.
— Här är en bra plats för ett bord, — funderade Ekaterina Stepanovna högt och pekade på en skuggig vrå under ett äppelträd.
— Skydd mot solen finns, och plats för många.
Tamara stod vid huset och såg på med växande förundran.
Viktor höll tyst i spaden han tagit för arbetet i odlingsbäddarna.
Planerna på en lugn arbetsdag höll på att rivas i bitar framför ögonen på dem.
— Och där kan vi hänga gungorna, — föreslog Oksana och granskade en tjock gren på äppelträdet. — Barnen behöver någonstans att leka.
— Mamma, kan vi sätta upp ett tält här? — ropade Denis åttaårige son och sprang fram till de vuxna. — Vi vill sova över på stugan!
— Självklart, Artyomka, — log Valentina Stepanovna. — Det finns plats för alla.
Tamara ryckte till av sådan självsäkerhet.
Hon kämpade med att hålla tillbaka irritation. Stugan hade köpts som en lugn plats för familjen, inte som bas för stora släktträffar.
— Förresten, — fortsatte svärmodern och vände sig mot Viktor, — Katja och jag funderade på att komma hit på helgerna.
Luften är underbar här, och vi kan koppla av från stadens stress.
— Och vi med Denis kan ibland titta förbi, — lade Oksana till.
— Barnen älskar naturen, det är bra för dem att springa ute i friska luften.
Viktor mumlade osäkert till svar, tydligt ovetande hur han skulle reagera på sådana uttalanden.
Han var van vid att inte motsäga sin mor, men situationen höll på att spåra ur.
— På kvällen kan vi göra en brasa, — drömmande sa Denis. — Vi kan baka potatis i glöden och sjunga sånger. Som på scoutläger.
— Ursäkta, — avbröt Tamara skarpt diskussionen och gick närmare gruppen.
— Men detta är vår privata egendom. Vi köpte stugan för vår egen familj.
En pinsam tystnad föll.
Släktingarna stod med öppna munnar, som om de inte förväntat sig ett sådant svar.
Valentina Stepanovna var den första som återhämtade sig och rynkade pannan.
— Tamara, vad säger du? — började svärmodern med ett tillrättavisande tonfall.
— Vi är ju familj, kan vi inte komma och hälsa på ibland?
— Wir haben das Ferienhaus ohne eure finanzielle Unterstützung gekauft, — erklärte die Schwiegertochter bestimmt und sah Valentina Stepanowna direkt in die Augen. — Und wir werden auch weiterhin selbst klarkommen!
Die Stille im Raum wurde noch angespannter.
Jekaterina Stepanowna errötete, Denis und Oksana tauschten Blicke, und die Kinder verharrten reglos, spürten die Spannung der Erwachsenen.
Viktor nickte seiner Frau zustimmend zu.
— Aber wir sind doch eine Familie, — versuchte Valentina Stepanowna, die Situation zu entschärfen, doch ihre Stimme klang unsicher. — Was ist daran so schlimm, ab und zu vorbeizukommen? Nicht jeden Tag.
— Familie sind wir zu dritt, — erklärte Tamara ruhig, aber entschieden. — Wenn wir Hilfe oder Gesellschaft brauchen, werden wir selbst einladen.
Valentina Stepanowna presste die Lippen zusammen, ihr Gesicht verzog sich vor Kränkung.
Jekaterina Stepanowna zog ebenfalls eine sauere Grimasse.
— Unglaublich, — murmelte die Schwester der Schwiegermutter. — Anscheinend hat der Kauf sie überheblich gemacht.
— Wir haben zwei Jahre lang jeden Cent gespart, — fuhr Tamara mit ruhiger Stimme fort. — Haben auf alles verzichtet, abends und an Wochenenden gearbeitet. Und wenn wir um Hilfe baten, wurde uns abgesagt.
— Nun ja… — stammelte Valentina Stepanowna. — Ich selbst hatte damals kein Geld.
— Aber jetzt, wo alles fertig ist und wir einen schönen Ort zum Entspannen haben, — mischte sich Viktor endlich ein, — Mama, du selbst hast doch gesagt, dass wir dieses Ferienhaus nicht brauchen.
Die Verwandten begannen, sich zu sammeln und murmelten etwas Unverständliches.
Denis klatschte demonstrativ in die Hände auf seinen Schoß.
— Na gut, wenn wir hier überflüssig sind, — sagte der Neffe beleidigt. — Komm, Oksana, ruf die Kinder.
— Wie geizig, — sagte Jekaterina Stepanowna leise, aber deutlich zu ihrer Schwester. — Sie lassen keine Verwandten rein.
Valentina Stepanowna presste die Lippen zusammen und seufzte theatralisch.
— Undankbarkeit, — sagte die Schwiegermutter und schüttelte den Kopf. — Ich habe meinen Sohn großgezogen, und jetzt darf ich nicht einmal zu ihm aufs Ferienhaus.
Tamara blieb schweigend stehen, ohne sich rechtfertigen zu wollen.
Viktor trat zu seiner Frau und legte seine Hand auf ihre Schulter.
Die ganze Gesellschaft stieg in Denis’ Auto, die Türen knallten laut zu.
Valentina Stepanowna setzte sich als Letzte auf den Beifahrersitz und warf dem Grundstück einen vielsagenden Blick zu.
— Ihr werdet es noch bereuen, — rief die Schwiegermutter durch das offene Fenster. — Wenn ihr Hilfe braucht, bittet nicht.
Das Auto fuhr davon und hinterließ eine Staubwolke.
Tamara und Viktor blieben allein auf dem Grundstück, umgeben von der gebrochenen Stille.
— Sie hat richtig gehandelt, — sagte der Ehemann leise und umarmte seine Frau. — Ich hätte es selbst sagen sollen.
— Ich habe einfach solche Frechheit nicht erwartet, — gestand Tamara. — Zuerst verweigern sie Hilfe, und dann wollen sie vom Ergebnis profitieren.
Das Paar räumte die von den Kindern verstreuten Spielsachen auf und richtete die zerdrückten Pflanzen.
Den Rest des Tages verbrachten sie mit Arbeit: Viktor reparierte die Scheune, Tamara pflanzte Tomatensetzlinge.
Am Abend war die Müdigkeit angenehm und befriedigend.
Am Montag meldete sich Valentina Stepanowna nicht.
Auch Dienstag und Mittwoch rief sie nicht an.
Viktor wollte mehrmals die Nummer seiner Mutter wählen, doch Tamara hielt ihn zurück.
— Lass sie zuerst anrufen, — sagte die Ehefrau. — Dann sehen wir, wie ernst die Beleidigung ist.
Am Donnerstagabend rief Ludmila an.
Die Schwester sprach vorsichtig, offensichtlich über die Ereignisse informiert.
— Viktor, Mama hat vom Wochenende erzählt, — begann Ludmila vorsichtig. — Vielleicht sollten wir reden?
— Worüber reden? — wunderte sich Viktor. — Tamara hat recht. Es ist unser Ferienhaus.
— Ja, ja, natürlich, — stimmte Ludmila hastig zu. — Nur Mama ist beleidigt.
— Ludmila, als wir um Geld für das Ferienhaus baten, hat Mama abgelehnt. Sie sagte, wir sollen selbst klarkommen. Das tun wir nun.
Die Schwägerin seufzte ins Telefon.
— Ich verstehe, Bruder. Aber du kennst Mama, sie ist sehr stolz.
— Dann soll sie ihren Stolz eben runterschlucken, — antwortete Viktor überraschend scharf.
Am nächsten Wochenende fuhren die Eheleute alleine aufs Ferienhaus.
Tamara bereitete das Mittagessen vor, Viktor reparierte das knarrende Tor.
Der Tag verlief in ruhigen Tätigkeiten, ohne Hektik und fremde Stimmen.
Am Abend, auf der Veranda sitzend mit Teetassen, besprachen sie die Pläne für den Sommer.
Sie wollten mehr Blumen pflanzen, das Scheunendach reparieren und vielleicht ein kleines Gartenhäuschen bauen.
— Weißt du, — sagte Tamara und lauschte dem Vogelgezwitscher, — es ist wirklich schön geworden. Ruhig, friedlich.
— Ja, — stimmte Viktor zu und streckte sich im alten Sessel. — Genau wie wir es uns erträumt haben.
Das Telefon blieb still, niemand kam unangemeldet.
Das Ferienhaus wurde endlich zu dem Rückzugsort, für den das Paar zwei Jahre lang gespart hatte.
Ein eigener Ort der Ruhe, an dem sie einfach den wohlverdienten Urlaub genießen konnten.