Am frühen Morgen rollte ein teures ausländisches Auto langsam in den Hof eines Wohnhauses.
Der Hausmeister, der das vom nächtlichen Regen klebrige Laub zusammenfegte, bemerkte das Fahrzeug sofort — so etwas hatte er hier noch nie gesehen.

Kein einziger Bewohner besaß einen solchen Wagen.
Hinter den getönten Scheiben konnte man die Insassen nicht erkennen.
Michalitsch dachte, dass sie wohl jemanden besuchen würden, aber er irrte sich.
Das Auto hielt neben den Müllcontainern.
Die Beifahrertür öffnete sich einen Spalt — und auf die Betonfläche wurde etwas Großes, Graues, Stoffähnliches geworfen, wie ein Bündel.
„Ungezogenes Volk, noch nicht mal ihren Müll können sie ordentlich entsorgen“, dachte Michalitsch verärgert und ging zu den Containern, um das Zurückgelassene wegzuräumen.
Der Wagen wendete währenddessen gemächlich und fuhr davon, ohne den mürrischen Hausmeister zu beachten.
Doch es gab nichts zu beseitigen.
Das Bündel bewegte sich und kroch hinter die Container.
Als Michalitsch hinsah, entdeckte er eine große graue Katze, vor Angst zusammengeduckt, mit zitternden Pfoten.
— Was sind das bloß für Leute? — murmelte er. — Neulich warfen sie einen Welpen weg, dann zwei Kätzchen — und jetzt eine ausgewachsene Katze.
Wer braucht dich jetzt noch, du Armer?
Niemand wird dich aufnehmen.
Komm schon, komm heraus, hab keine Angst.
Die Katze hob nicht einmal den Kopf — im Gegenteil, sie vergrub ihr Gesicht zwischen den Pfoten, als wolle sie verschwinden.
— Willst du nicht rauskommen?
Aber der Müllwagen kommt bald, die Container könnten dich erdrücken…
Doch auch das half nicht.
Die Katze verharrte reglos.
Der alte Hausmeister schüttelte bedauernd den Kopf und ging weg — im Nachbarhof wartete Arbeit.
Und der graue, offenbar reinrassige Kater blieb allein zurück, verlassen mitten in einer Welt, die er nicht verstand und nicht akzeptierte.
Als der Müllwagen anfuhr, spürte die Katze die Gefahr, sprang auf und rannte quer über den Hof.
Sie versteckte sich im hohen Gras unter einer Bank und verharrte dort.
In ihrem Kopf nur Verwirrung und Bitterkeit.
Sie hoffte immer noch: Man wird zurückkommen.
Selbst das alte Zuhause war besser als diese kalte Ungewissheit.
Also musste sie warten.
Sonst kämen sie, und ich wäre nicht mehr hier…
Galina Iwanowna, die im Haus gegenüber wohnte, war allein geblieben, seit sie ihre Tochter verheiratet hatte.
Olga war mit ihrem Mann in einen anderen Stadtteil gezogen, besuchte aber regelmäßig ihre Mutter.
Sie waren nicht nur eng verbunden — sie waren beste Freundinnen, ohne Konflikte, ohne Geheimnisse.
Als die Bewohner des Hofes die ruhige, gepflegte Katze bemerkten, dachten alle, dass sie jemandem gehörte und nur spazieren ging.
So dachte auch Galina Iwanowna.
Der graue Schönling wurde zu ihrer stillen Freude — sie beobachtete ihn liebevoll vom Fenster aus.
Die Katze hatte sich die Bank ausgesucht, auf der im Herbst niemand mehr saß.
Von dort hatte sie eine gute Sicht und konnte sich im Notfall verstecken.
Auch übernachtete sie dort — es gab ja keinen anderen Ort.
Und wie sollte sie weggehen, falls doch jemand zurückkäme, um sie zu holen?
Mit dem Futter war es schwer.
Dank Michalitschs Bemühungen lagen keine Essensreste im Hof herum.
Etwas bei den Müllcontainern zu finden war kaum möglich — dreiste Krähen schnappten sich alles sofort.
Die Katze wurde von Tag zu Tag schwächer.
Von der einstigen Gepflegtheit war nichts mehr übrig.
Eltern warnten ihre Kinder: Geht nicht hin, man weiß nicht, ob er krank ist.
Einige Bewohner gaben dem armen Tier trotzdem etwas zu fressen.
Unter ihnen war auch Galina Iwanowna.
Sie wagte es zwar nicht, ihn ins Haus zu nehmen, doch jedes Mal, wenn sie das graue Tier im Regen sah, zog sich ihr Herz zusammen.
Es stellte sich heraus, dass die Katze abends die Feuertreppe zu ihrem Balkon hinaufstieg und sich in den Blumenkasten legte, um lange durch das Fenster zu schauen.
Die Wärme und Geborgenheit zogen sie magisch an.
Sie sog die Gerüche ein, spürte eine kaum wahrnehmbare Ahnung von einem Zuhause, zu dem sie einst gehört hatte.
Zwei Monate vergingen.
Die Kälte kam.
In einer Novembernacht erwartete Galina Iwanowna ihre Tochter mit Mann zu Besuch.
Sie hatte den Tisch gedeckt, gebacken, gekocht.
Beim Tee erschrak sie plötzlich und rief auf — auf dem Balkon sah sie die Katze, genau die.
Und genauso schnell war sie wieder verschwunden.
— Mama, was ist los?
— Sie war da. Die Katze, die auf unserer Bank lebt. Was, wenn sie gefallen ist?..
Sie gingen hinaus auf den Balkon — die Katze saß auf der Bank, nass, zusammengedrückt.
Von ihr ging Verzweiflung aus.
— Sie ist wohl die Treppe hochgeklettert, — sagte Jewgeni. — Mutig. Wir sollten sie füttern.
Doch die Hausherrin hörte schon nicht mehr zu.
In ihrem Kopf dröhnte es: „So geht es nicht weiter.“
Sie nahm ein Stück Fleisch, zog den alten Mantel an und ging in den Hof.
Die Katze erstarrte und ließ sich auf den Arm nehmen.
Sie hing schlaff wie eine Stoffpuppe.
Galina Iwanowna drückte sie an sich und trug sie nach Hause.
Warum sie das tat, fragte niemand.
Alle verstanden einfach: Sie hatte nach ihrem Gewissen gehandelt, gutherzig.
Die Einzige im ganzen Hof.
In der ersten Woche wich die Katze nicht von der Heizung.
Essen war weniger wichtig als Wärme.
Sie nannte ihn Pronja.
Und der Würde wegen fügte sie einen Vatersnamen hinzu — Prokopjewitsch.
Pronja Prokopjewitsch erwies sich als wahrer Gentleman.
Erzogen, sanft, reinlich.
Er wurde vollwertiges Familienmitglied, und Galina Iwanowna — seine Retterin.
Manchmal fragte sie mit einem Lächeln:
— Pronja Prokopjewitsch, sagen Sie mir, für welche Sünden hat man Sie aus dem Haus geworfen?
Er schwieg.
Nicht weil er nicht sprechen konnte, sondern weil er selbst keine Antwort wusste.
Und vielleicht niemals erfahren würde.
Nun lebt er schon fast zwei Jahre in Wärme und Liebe.
Doch beim Klang eines scharfen Schreis oder Zorns duckt er sich immer noch an den Boden und sucht nach einem Versteck.
Und niemand versteht bis heute — warum man überhaupt eine perfekte Katze ausgesetzt hat.



