Als Dorian die Nachricht auf seinem Handy sah, hätte er beinahe den Kaffee fallen lassen. Sie war schlicht formuliert, aber für ihn war sie eine Bombe:

„Die Verlobte für einen Abend“

Dorian Pruteanu war der Typ Mann, der alles unter Kontrolle hatte: Geschäfte, Angestellte, sein Image. Doch an jenem Morgen ließ ihn eine einfache Nachricht sprachlos zurück:

„Wir kommen morgen Abend, um deine Verlobte kennenzulernen. Wir freuen uns schon sehr! ❤️“

Er spürte, wie ihm der Atem stockte. Er hatte völlig das kleine „verschönerte Wahrheitsdetail“ vergessen, das er seinen Eltern einen Monat zuvor erzählt hatte – nur um ihren ständigen Fragen zu entkommen.

Er hatte behauptet, eine Freundin zu haben. Sogar eine Verlobte! Doch die Realität sah anders aus: Zwischen ihm und der Liebe herrschte eine lange, ruhige Pause. Bis jetzt.

— Na gut. Und was machst du jetzt, Dorian? — murmelte er, während er nervös durch das Wohnzimmer lief.

Sein Blick fiel auf Eliza, die Frau, die seit fast zwei Jahren bei ihm den Haushalt führte. So unauffällig wie ein Schatten, aber stets präsent. Jung, überlegt, mit einer beneidenswerten Ruhe.

— Eliza… — sagte er mit leiser Stimme und trat näher.

Sie drehte sich um, ein wenig Staub von einem Bilderrahmen wischend.

— Ja, Herr Dorian?

— Ich weiß, es klingt verrückt, aber… könntest du mir mit etwas helfen? Es ist eine… ungewöhnliche Situation.

Er erklärte ihr alles, mit hörbarer Scham in der Stimme. Dass er gelogen hatte. Dass seine Eltern kämen. Dass sie seine Verlobte kennenlernen wollten. Und dass, wenn er keine Lösung fände, seine perfekte Fassade zusammenbrechen würde.

Eliza hörte ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen. Als er geendet hatte, sah sie ihn direkt an.

— Sie wollen, dass ich so tue, als wäre ich Ihre Verlobte?

— Nur für einen Abend! — beeilte er sich zu sagen. — Ich bezahle dich extra, sag einfach, wie viel du willst! Bitte… rette mich.

Eliza seufzte. Sie war keine Schauspielerin. Aber es war auch nicht das erste Mal, dass das Leben von ihr verlangte, zu improvisieren. Außerdem… brauchte sie Geld für ihre Schwester, die im Ausland im Krankenhaus lag.

— In Ordnung, Herr Dorian. Aber morgen Abend, um 22:00 Uhr, ist alles vorbei.

— Bring mich nicht dazu, diese Entscheidung zu bereuen, Eliza.

Am nächsten Tag betraten Dorians Eltern das Haus mit Armen voller Blumen und breitem Lächeln. Eliza empfing sie in einem eleganten beigen Kleid, mit locker hochgestecktem Haar und einem Lächeln, das Dorian noch nie an ihr gesehen hatte.

— Was für eine elegante junge Dame! — rief seine Mutter begeistert. — Wie habt ihr euch kennengelernt?

Eliza zögerte keine Sekunde:

— In einer Buchhandlung. Ich habe ihm einen Roman empfohlen, er bat mich um meine Nummer… und seitdem „lesen“ wir uns gegenseitig weiter.

Alle lachten, und der Abend verlief überraschend harmonisch. Eliza wirkte kein bisschen fehl am Platz. Sie sprach klar, mit Humor, sogar mit Charme. Die Eltern waren bezaubert. Dorian… noch mehr.

Nach ihrem Aufbruch blieb eine seltsame Stille zwischen den beiden zurück.

— Eliza, ich muss zugeben… ich weiß nicht, wie du das geschafft hast. Du warst fantastisch.

— Das sagen alle Männer nach dem ersten Date, oder? — scherzte sie und lächelte ihm zu.

Die Zeit verging. Dorian begann, sie zum Abendessen einzuladen. Dann zu Veranstaltungen. Es war kein Spiel mehr. Langsam, aber sicher entstand eine echte Geschichte zwischen den beiden.

Sechs Monate später steckte Dorian Eliza einen echten Ring an den Finger.

Beim nächsten Besuch flüsterte seine Mutter ihr zu:

— Also doch, Buchhandlung, hmm?

Eliza lachte:

— Eigentlich… habe ich nur seine Bücher sortiert. Aber es ist trotzdem eine Liebesgeschichte, oder?

Und an diesem Abend verstand Dorian: Manche Lügen, aus Verzweiflung ausgesprochen, führen genau dorthin, wo man nie zu träumen gewagt hätte – zur Liebe deines Lebens.

Diese Erzählung ist inspiriert von realen Ereignissen und Personen, wurde jedoch zu kreativen Zwecken fiktionalisiert. Namen, Charaktere und Details wurden geändert, um die Privatsphäre zu schützen und die Erzählung zu verbessern.

Ähnlichkeiten mit realen Personen, lebend oder verstorben, oder mit realen Ereignissen sind rein zufällig und nicht vom Autor beabsichtigt.

Der Autor und der Herausgeber übernehmen keine Verantwortung für die Genauigkeit der geschilderten Ereignisse oder für die Darstellung der Charaktere und haften nicht für eventuelle Fehlinterpretationen.

Diese Geschichte wird „wie sie ist“ angeboten, und alle geäußerten Meinungen stammen von den Figuren und spiegeln nicht die Ansichten des Autors oder des Herausgebers wider.

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